Cover_556,5x220mm(140x220).indd

Geschichten und Zeichnungen. Vierundsechzig “Short Stories“ und ebenso viele Zeichnungen stehen sich in diesem Künstlerbuch gegenüber, in dem Alban Janson und Gerd de Bruyn nach dem Mächtigen Häuflein zum zweiten Mal kooperieren. Auch in diesem Fall verstehen sich die Zeichnungen nicht als Illustrationen der Texte. Alban Janson hat sie aus einem großen Fundus von Arbeiten ausgewählt und den Kurzerzählungen konfrontiert. Trotz des großen Eigensinns, den Texte und Zeichnungen behaupten, durchweht sie zuweilen der gleiche teils heitere, teils schwermütige Zauber. Gemeinsam ist ihnen auch die Ästhetik der Zuspitzung und des knappen Ausdrucks. Eine der Erzählungen heißt Der Hausfreund und spielt auf den alemannischen Dichter Johann Peter Hebel und dessen lakonische Kalendergeschichten an, die dieser 1811 in seinem Schatzkästlein sammelte. Von weither inspirierte er das Buch und scheint es auch, nimmt man die danebenstehende Zeichnung wörtlich, zu inspizieren. Es gibt noch einen zweiten Spiritus rector: den irischen Schriftsteller Flann O’Brian und seinen vielleicht kuriosesten Protagonisten. Die Rede ist vom trinkfesten Mr. Collopy aus dem Roman Das harte Leben (1961). Ihm wurden in Form eines Fortsetzungsromans vierzehn “Kalendergeschichten“ gewidmet. So durchmischt sich im Baumelnden Storch das Provinzielle und Weltläufige zu einem Kaleidoskop wundersamer alltäglicher Begebenheiten.